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Endlich in Pension!

Mir ist es so ergangen, als ich von einem Tag am anderen zu Hause in Pension war. Naja – natürlich wusste ich, dass die Pension vor der Tür steht. Teilweise konnte ich den ersehnten Tag gar nicht mehr erwarten… Die letzten Monate im Job waren sehr intensiv mit Einschulung der Nachfolgerin, sogar am letzten Tag arbeitete ich noch bis zum Abend 150 % um alles abzuschließen... Dann war es endlich soweit! Damit begann ein neuer Lebensabschnitt - der goldene Herbst im Leben oder der gefährlichste Beruf der Welt: die Pension hat noch niemand überlebt! (Scherz)

 

 

Wenn Du bisher Vollzeit beschäftigt warst, dann hattest Du weniger Zeit, dich um Hobbys, Freunde, etc. zu kümmern. Daher stellte sich die Frage: Was mache ich mit der vielen Zeit?

 

 

Ich begann zu handarbeiten. Da ich ungeübt war, wurden die ersten Stücke nicht so, wie ich das wollte. Daher trennte ich sie wieder auf und strickte oder häkelte sie wieder neu. In der Zwischenzeit sind schon brauchbare Werke entstanden.

 

 

Geld - Du realisierst, dass die Pension geringer ist als der Aktivbezug

 

Vielleicht hast Du eine tolle Abfertigung bekommen, mit der Du Dir viele Wünsche erfüllen kannst. Herzlichen Glückwunsch! Mag aber auch sein, dass diese nicht in der Höhe ausgefallen ist, die Dir wirklich ein angenehmes Leben ermöglicht. Auch die Pension ist geringer, als man erwartet hatte. Manchmal realisiert man erst jetzt, dass der Aktivbezug doch um einiges mehr zu bieten hatte, als jetzt die Pension.

 

Eine Möglichkeit die Pensionskassa aufzubessern bestünde darin, sich einen kleinen geringfügigen Job nebenbei zu suchen. Doch willst Du das wirklich? Bzw. was würde sich hier anbieten, das Spaß macht und Geld bringt? Für mich habe ich festgestellt: Da ich meine früheren Tätigkeiten mit großer Freude ausgeübt habe, bin ich doch sehr wählerisch was das angeht...

 

 

Vielleicht doch noch ein Studium anfangen

 

Ja! Das würde mir sicher Spaß machen! Doch bin ich tatsächlich bereit, € 14.000, -- und mehr für ein Studium zu investieren, um dann auf meinem Grabstein einen Magister Titel zu haben? Würde ich dann nochmals einen beruflichen Neustart haben? Nein! Mit dem Geld könnte ich meinen Kindern eine Unterstützung bieten, Reisen machen, und vieles mehr.

 

 

Partnerschaft und Beziehung wird auf eine Probe gestellt

 

Die Pension stellt eine Partnerschaft und Beziehung nochmals auf eine besondere Probe! War im aktiven Berufsleben jeder in seinem Beruf beschäftigt, so zeigen sich die Unterschiedlichkeiten, wenn man dann in der Pension ganz beisammen ist. Dann stellt sich heraus, welche Gemeinsamkeiten noch binden und wo jeder schon sein Eigenleben entwickelt hat. Hier stellt sich auch die Frage, was hält uns noch zusammen oder sollten wir doch besser getrennte Wege gehen?

 

 

Enkelkinder und/oder zu pflegende Eltern?

 

Vielleicht stellt sich für Dich die Frage nach der Freizeitgestaltung gar nicht? Vielleicht bist Du ja auch damit beschäftigt, Deinen Enkelkindern eine liebe Oma oder ein lieber Opa zu sein? Du hilfst gerne Deinen Kindern dabei, ihre Familien zu gründen, ihr Haus zu bauen und sie zu unterstützen?

 

 

Und/oder Deine Mutter und/oder Dein Vater sind bereits hochbetagt und brauchen immer mehr Pflege und Betreuung? Jeder, der schon einmal jemanden gepflegt hat, weiß, dass das eine sehr kräfteraubende Aufgabe ist! Ich selbst habe erlebt, was es bedeutet, Eltern zu pflegen und zu betreuen. Mein Vater ist 2015 zu Hause verstorben. Zuvor hatten wir ihn auf Grund einer dementiellen Erkrankung zwei Jahre (davon 1 Jahr im Bett) mit Hilfe der Hauskrankenpflege gepflegt. Meine Mutter ist seit dem Vorjahr im Pflegeheim, dies ist eine bedeutende Erleichterung in der Betreuung. Dennoch muss ich mich um alle anderen Belange (finanzielle Angelegenheiten, medizinische Fragen) für sie kümmern, da sonst niemand da ist. Ich selbst habe keine Geschwister, daher ist dies meine Aufgabe.

 

 

Wenn auch Du mit Enkelkindern oder pflegebedürftigen Eltern sehr beschäftigt bist, fragst Du Dich vielleicht auch manchmal: Wo bleibe ich selbst bei der ganzen Angelegenheit? Ich wünsche mir Zeit für mich! Vielleicht auch nur, um einmal nichts zu tun und mich auszuruhen...

 

 

Gesundheit

 

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du vollkommen gesund bist! Dennoch schleichen sich oft ab 40 oder 50 die ersten Wehwehchen ein. Mit 60 bzw. ab der Pension hat man dann auch Zeit, diese stärker zu spüren... Genau jetzt ist aber auch die richtige Zeit, nochmals etwas für die Gesundheit zu tun: abzunehmen, mehr Bewegung zu machen, bewusster zu essen, vielleicht auch einen Kurs  zu belegen: sieh Dich doch einmal auf meinen Seiten um, vielleicht interessiert Dich ja der eine oder andere Kurs von mir.

 

 

Neue Freunde finden

 

Von Gesprächen mit älteren Menschen weiß ich, dass sie sich oft einsam fühlen. Vielleicht ist der Partner gestorben oder sie sind getrennt. Die Kinder sind aus dem Haus und haben ihre eigene Familie gegründet. Nun fühlen sie sich allein und es fehlen ihnen die sozialen Kontakte. Auch der Kontakt zu ehemaligen Arbeitskolleginnen ist nicht mehr so wie früher. Man gehört jetzt nicht mehr so richtig dazu.

 

 

Das Leben neu sortieren und ordnen

 

Im Rückblick kann ich sagen, dass ich nun etwa ein Jahr in der Pension gebraucht habe, um mein Leben neu zu sortieren und auszurichten. Ich habe mich mit all den Themen intensiv auseinandergesetzt, die ich oben beschrieben habe. Mein innerer Motor hat mich dazu angetrieben, neue Dinge zu erlernen und auszuprobieren. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich gesund bin - denn ohne Gesundheit ist alles nichts. Ich bin unendlich dankbar für meine Familie und dafür, dass ich jeden Tag etwas Neues beginnen kann!

 

 

Wenn Du das eine oder andere Thema ebenso erlebst oder wenn Du Kontakt zu Gleichgesinnten suchst, dann melde Dich bei mir und lass uns gemeinsam einen Kaffee oder Tee trinken!

 

 

Sei vom Herzen gegrüßt!

 

Karin

 

 

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